Sehr geehrter Herr Harden!
Verbindlichsten Dank für Ihre ZusageWedekind, der am 13.3.1906 früh zu einem Gastspiel nach Dresden gereist, am 14.3.1906 aber abends wieder zurück in Berlin war [vgl. Tb], beantwortet einen Brief [vgl. Maximilian Harden an Wedekind, 14.3.1906], der nicht als Zusage zu seiner Einladung zu dem gemeinsamen Abendessen, das nun am 17.3.1906 (Samstag) stattfinden sollte, gedacht war, sondern als ‚halbe‘ Absage. Maximilian Harden schrieb am 15.3.1906 an Walther Rathenau: „Ich hatte W. bereits halb abgeschrieben; die andere Hälfte folgt morgen.“ [Hellige 1983, S. 466]. Wenn Sie von den
Russen kommenvom Gastspiels des Moskauer Künstlertheaters, der Vorstellung am 17.3.1906 [vgl. Maximilian Harden an Wedekind 14.3.1906]., werden Sie uns um so mehr bringen. Eben sagt mir Herr Dr.
Rathenau zuWalther Rathenau teilte Wedekind mit, er sei am 17.3.1906 durch ein Geschäftsessen verpflichtet, werde aber wohl später am Abend noch zu dem Beisammensein dazukommen [vgl. Walther Rathenau an Wedekind, 14.3.1906]. Er schrieb am 16.3.1906 an Maximilian Harden, das werde möglicherweise erst um 23 Uhr sein: „Zu Wedekind komme ich erst ‒ wenn überhaupt ‒ um 11 h.“ [Hellige 1983, S. 468] Harden antwortete Rathenau am 17.3.1906: „Famos selbst im Detailgeschäft unser Frank (schon der Name ist Hochstapelei). Als ich ihm abgeschrieben hatte, dankte er rohrpustend ,für die frdl. Zusage‘. Und meldete, auch Dr. R. habe zu seiner Freude zugesagt. Nun sehe ich, daß Sie auch nicht oder wenigstens erst nach der Kaffeepause kommen.“ [Hellige 1983, S. 469]. Also auf Sonnabend.
Mit herzlichem Gruß
Ihr
FrWedekind
15.III 6.