Liebe Mama!
Meine Geschäfte sind jetzt soweit erledigt, daß ich besser
über meine Zeit verfügen kann und deswegen schlage ich Dir vor, doch am Montagden 7.1.1907. Emilie Wedekind kam für einen Tag aus Dresden zu Besuch: „Ich fahre zum Bahnhof um meine Mutter abzuholen.“ [Tb 7.1.1907] „Meine Mutter reist um 6 Uhr nach Dresden zurück.“ [Tb 8.1.1907]
hierherzukommen, dann könntest Du doch wenn es Deine Zeit durchaus nicht |
länger erlaubt wenigstens bis Mittwoch bleiben. Es sind auch schon nicht überliefert.
an dich angekommen, d. h. eine Carte von der Emma Wedekind in Göttingen und ein
Brief aus Lenzburg. Mati, die sie hierherschickt scheint also doch wol
vorauszusetzen daß Du schon hier bei uns | bist. Also faß Dir ein Herz und
komm. Du brauchst nur mehr zu telegraphieren. Tilly befindet sich unberufen
wohl und läßt Euch Alle herzlichst grüßen. Ebenso bitte ich meine Grüße auszurichten.
Ich freue mich sehr auf Dieses Wieder|sehen, aber die Tour in einem Tage
abzumachen, daß/s/ wäre doch wol etwas viel Anstrengung und wenig
Vergnügen.
Also mit herzlichsten Grüßen
Dein treuer Sohn
Frank.
5.1.7.
[Kuvert:]
Frau
Dr. Emilie Wedekind
Dresden A.
Elisenstrasse 3die Adresse von Erika Wedekind, „Kgl. sächs. u. Großherzogl. hess. Kammersängerin“ [Adreßbuch für Dresden und seine Vororte 1907, Teil I, S. 953] in Dresden. B