Sehr geehrter Herr DirektorHans Edmund in Basel (Hammerstraße 53) [vgl. Adressbuch der Stadt Basel 1909, Teil I, S. 127] war seit dem 1.10.1905 Direktor des dortigen staatlich subventionierten Interimstheaters (Eigentümer: Alfred Bömly), außerdem Direktor des Sommertheaters in Bad Liebenstein (Sachsen-Meiningen) und der Monatsoperette in Hildburghausen und Meiningen [vgl. Neuer Theater-Almanach 1909, S. 260f.]; das Interimstheater in Basel war eigentlich das Bömly-Theater (Riehenstraße 61) [Adressbuch der Stadt Basel 1909, Teil II, S. 110].!
gestatten Sie mir, nachdem ich die Ehre haben werde an Ihrer
Bühne aufzutretenAuftritte Wedekinds in Basel oder Bad Liebenstein sind nicht belegt., Ihnen
mitzuteilen daß das Aufführungsrecht
von Hidalla von Herrn Direktor Maximilian
BurgMaximilian Burg (eigentlich: Benet Berger) war vormals Theaterdirektor und nun als Impresario in München (Steinsdorfstraße 4) [vgl. Adreßbuch für München 1909, Teil I, S. 39, 74] tätig. Regelmäßige Kontakte Wedekinds „mit Impresario Burg“ [Tb 7.11.1908] sind im Tagebuch ab November 1908 belegt. Am 17.12.1908 notierte Wedekind: „Abschluß der ersten Kontrakte mit Burg“, im Februar schickte er ihm Geld [vgl. Wedekind an Maximilian Burg, 11.2.1909]. zu erwerben ist. Das gedruckte BuchWedekinds Schauspiel „Hidalla“ war 1904 als Buch im Verlag Dr. J. Marchlewski & Co. in München erschienen, die 2. Auflage folgte dort 1906 [vgl. KSA 6, S. 386f.]. von Hidalla ist zugleich eingerichtetes Regiebuch, so daß die Inscenierung ganz
darauf vorgenommen werden kann. Ich hoffe aber | Zeit genug übrig zu haben um
schon bei der Arrangierprobe anwesend sein zu können. Die Hauptsache wäre daß
die Rollen gut memoriert sind. Ähnlich wäre es bei So ist das Leben, das ich
gleichfalls am liebsten selber arangierenSchreibversehen, statt: arrangieren. würde.
In vorzüglicher Hochschätzung
Ihr ergebenster
Frank Wedekind.
München, Prinzregentenstraße 50.
3.1.9.