Sehr verehrte Redaktionnicht ermittelt.!
Wollen Sie mir gestatten Ihnen nachfolgende Versedas „Goldmannlied“ [KSA 1/III, S. 168f.], entstanden am 22.12.1907: „Schreibe vormittags das Goldmannlied“ [Tb], nur als Manuskript in drei Arbeitsfassungen überliefert, die erste Fassung im Umkreis des vorliegenden Briefentwurfs (siehe zur Materialität); die verschollene Reinschrift des Liedes stand im nicht überlieferten abgesandten Brief wohl unmittelbar unter dem Anschreiben an die Redaktion, der es zum Druck angeboten wurde. Das satirische „Goldmannlied“ (1907), „mit dem Wedekind den Wiener Journalisten und Theaterkritiker Paul Goldmann zu attackieren beabsichtigte“, reagierte auf „eine auszugsweise Vorveröffentlichung“ (in der Münchner „Allgemeinen Rundschau“ vom 21.12.1907) „aus der 1908 erschienenen Abhandlung ‚Vom Rückgang der deutschen Bühne‘ des Literaturkritikers Paul Goldmann, die äußerst schmähende Urteile über Wedekinds Werk enthielt. Das Lied blieb unveröffentlicht.“ [KSA 1/IV, S. 863] Paul Goldmann, den Wedekind aus seiner Zeit in Paris persönlich kannte [vgl. Wedekind an Otto Erich Hartleben, 15.9.1894], hatte Wedekind schon früher publizistisch scharf angegriffen und Wedekind wurde von Karl Kraus in Schutz genommen [vgl. Frank Wedekind, Tilly Wedekind an Karl Kraus, 14.12.1905]. zur
Verfügung zu stenSchreibversehen, statt: stellen..
In vorzüglicher Hochschätzung
Berlin, im Januar 1907/8/.
Frank Wedekind