Lieber Holländer,
mit deinen Zeilen vom 27.12.7nicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Felix Hollaender an Wedekind, 27.12.1907. Felix Hollaender, der engste Mitarbeiter Max Reinhardts am Deutschen Theater in Berlin, hatte Wedekind offenbar ein Honorarangebot für die geplante Inszenierung der „Büchse der Pandora“ unterbreitet; sie kam nicht zustande. kann ich mich zu meinem
Bedauern nicht einverstanden erklären. Ich glaube bewiesen zu haben, daß ich
nicht darauf ausgehe Schätze zu sammeln. Ich möchte aber meine Preise nicht zurückgehen
lassen. Ich habe bisher in Berlin noch nicht unter 100 M. undSchreibversehen, statt: gespielt und. müßte
der Rollen wegen ebenso lang im Theater bleiben wie | wenn ich die Titelrolle gespielt hätte.
Außerdem scheint mir das angebotene Honorar nicht den Gagen angemessen die das
Deutsche Theater andern Autoren bezahlt. Ich würde adaher auch in diesem Fall
gerne ein Honorar von M. 100 anrechnetSchreibversehen, statt: angerechnet. sehen. Das ist natürlich keine
Forderung sondern ein Vorschlag. Zufrieden sein muß ich mit allem was Ihr
bietet.
Ich ersuche Dich auch, Max Reinhardt zu bitten, die Frage
als eine rein prinzipielle betrachten zu wollen.
Mit besten Grüßen
Dein
Frank Wedekind.
4.1.8.