Mittwochder 1.12.1915, da die hier maßgeblichen Zusammenhänge sich sinnvoll auf dieses Datum beziehen lassen (ein alternatives Schreibdatum ist nicht plausibel zu identifizieren). Mittag
Lieber Artur!
Eben fällt mir zu meinem Bedauern ein, daß meine
Frau und ich für morgen Abend schon seit acht Tagen einer Gesellschaft zugesagtFrank und Tilly Wedekind waren am 2.12.1915 (Donnerstag) bei dem befreundeten Schriftsteller Dr. phil. Ludwig Pariser und dessen Frau Erna Pariser (Georgenstraße 30) zu Gast (Gäste außer ihnen waren Kurt und Mary Martens, Ernst Reinhardt und Bruno Frank): „Gesellschaft bei Pariser Martens und Frau Verleger Reinhardt Bruno Franck“ [Tb].
haben, der wir nicht mehr absagen können. Würdest Du mir daher ge/Be/scheid
geben, ob es Dir heute Abend um 9 Uhr im Hoftheater|restaurant j/p/assen
würde oder Freitag Abendam 3.12.1915 (Freitag), an dem Wedekind sich mit dem Freund im Hoftheater-Restaurant traf: „Mit Kutscher im HTR“ [Tb].. Es wäre mir schmerzlich auf unser Zusammensein
verzichten zu müssen. In Gesellschaft werden wir uns ja voraussichtlich am
Sonnabendam 4.12.1915 (Samstag), an dem ein Treffen in der Torggelstube in größerer Runde stattfand: „T.St. große Gesellschaft. Verabschiede mich von Kutscher“ [Tb]. Artur Kutscher war auf Heimaturlaub – Wedekind hatte am 15.11.1915 notiert: „Kutscher kommt auf 3 Wochen Urlaub“ [Tb] – und musste nun zurück an die Front. in der Torggelstube noch treffen. Aber darauf kommt es ja wol weniger
an, wenigstens was mich betrifft. | Bitte also entweder um umgehenden Bescheid
oder, wenn dich diese Zeilen nicht antreffen um eine Telephonnachricht.
Mit herzlichsten Grüßen
Dein alter
FrWedekind.