Verehrter Herr GellerOskar Geller, Redakteur in München (Baaderstraße 12) [vgl. Adreßbuch von München für das Jahr 1905, Teil I, S. 144], erinnerte sich später an Wedekind: „Mir persönlich war es vergönnt, zu Wedekind in sehr freundschaftliche Beziehungen zu treten. Wir waren fast jeden Tag, besser gesagt, jede Nacht beisammen, da wir in der ‚Torggelstube‘ am Platzl frohe Stunden im Kreise lieber Freunde, so besonders der Schauspieler Steinrück und Fritz Basil (Wedekinds dramatischer Lehrer) verbrachten. […] Nach den ‚Sitzungen‘ in der ‚Torggelstube‘ pflegte ich Wedekind auf seinen Spaziergängen durch die einsamen Straßen Münchens zu begleiten, und da hat er mehr denn einmal sein Herz vor mir ausgeschüttet, erbittert darüber, daß ihm vielfach vorgeworfen wurde, er mache sich in seinen Stücken, die er selbst gar nicht ernst nimmt, über das Publikum lustig.“ [Oskar Geller: Erinnerungen an Frank Wedekind. In: Neues Wiener Journal, Jg. 42, Nr. 14614, 29.7.1934, S. 16], ich hätte Sie gerne einen Moment
gesprochen aber Sie schlafen zu fest.
Besten Gruß |
Frank Wedekind