Königreich Bayern
Postkarte
S. H.
Herrn Heinrich Mann und Gemahlin
München
Leopoldstrasse
61. |
Sehr verehrter Herr Heinrich Mann! Ihnen und Ihrer verehrten Frau
Gemahlin herzlichsten Dank für die wunderschönen RosenGenesungspräsent für den Rekonvaleszenten ‒ Wedekind hatte sich am 14.4.1915 in das Josephinum begeben, eine Privatheilanstalt in München (Schönfeldstraße 16), und war dort am 15.4.1915 erneut am Blinddarm operiert worden. , deren RotWedekinds Arbeitszimmer war eingerichtet „mit rotem Teppich und roter Tapete, roten Vorhängen […] und rot gestrichenen Bücherregalen und Sesseln, auch möglichst rot“ [Wedekind 1969, S. 117f.]; in Erinnerung blieb „das herrliche rote Zimmer!“ [Kadidja Wedekind: Wedekind und seine Kinder. In: Der Querschnitt, Jg. 11, Heft 8, Ende August 1931, S. 526] meinem Zimmer
einen ganz besonderen Reiz verleihen. Sollten Sie Harden am SamstagMaximilian Harden hielt am 24.4.1915 in München einen Vortrag ‒ „Heute Samstag findet in der Tonhalle der zweite Kriegsvortrag ‚Wie steht’s?‘ von Maximilian Harden statt. Der Vortrag beginnt pünktlich 8 Uhr“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 68, Nr. 208, 24.4.1915, General-Anzeiger, S. 1] ‒ und reiste noch spät abends mit dem letzten Zug zurück nach Berlin. Wedekind hatte ihm offenbar mitgeteilt, dass er krank sei und den Vortrag nicht besuchen könne [vgl. Maximilian Harden an Wedekind, 24.4.1915]. sehen, dann
grüßen Sie ihn bitte von mir. Hoffentlich hat sich Ihre Frau Gemahlin jetzt
völlig erholtMimi Mann hatte gerade eine langwierige Zahnbehandlung hinter sich.. Mit besten Grüßen und Empfehlungen Ihr ergebener
Frank Wedekind.