Sehr verehrter Herr JacobsohnSiegfried Jacobsohn, als Schriftsteller, Herausgeber und Verleger der Wochenschrift „Die Schaubühne“ ausgewiesen, wohnte in Charlottenburg (Dernburgstraße 25, Gartenhaus) [vgl. Berliner Adreßbuch 1914, Teil I, S. 1309] – das war zugleich die Verlags- und Redaktionsadresse.!
Von Herzen danke ich IhnenHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur Buchsendung (siehe unten) erschlossenes Korrespondenzstück: Siegfried Jacobsohn an Wedekind, 11.10.1913. für den außerordentlichen Genuß,
den mir der Fall Jacobsohn bereitet hat. Die SchriftIn der Broschüre „Der Fall Jacobsohn“ (1913) ‒ unter der Verfassersigle „S.J.“ im Verlag der Schaubühne in Charlottenburg veröffentlicht ‒ schildert Siegfried Jacobsohn seine Erfahrungen als junger Theaterkritiker bei der Berliner Wochenzeitung „Die Welt am Montag“ seit 1901 (1904 wurde er im Feuilleton des „Berliner Tageblatt“ bezichtigt, plagiiert zu haben, woraufhin ihn die Wochenzeitung entließ) bis zur Gründung der von ihm seit 1905 herausgegebenen Zeitschrift „Die Schaubühne“ (Charlottenburg). Fritz Strich erläuterte im Erstdruck: „Die Broschüre Siegfried Jakobsohns, Herausgebers der Schaubühne (jetzigen Weltbühne) über den Vorwurf des Plagiats, den man ihm als Kritiker der ‚Welt am Montag‘ gemacht hatte.“ [GB 2, S. 371], die ich in einem Zug
durchlas, erscheint mir als ein schönes stolzes Manifest voll innerer
Notwendigkeit und Berechtigung. Außerdem muß Ihnen jeder für das Buch dankbar
sein, dem | die Würde des deutschen Schriftstellerstandes am Herzen liegt.
Mit schönsten Grüßen auch von meiner Frau
Ihr ergebener
Frank Wedekind.
München 12.10.13.