Salzburg. 25/XI.
Liebster Herr Wedekind!
Danke herzlichst für den lieben Briefnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Friedrich Strindberg, 24.11.1913.! Habe mich sehr darüber gefreut! Nein ich will meiner Großmama sicherlich keinen Schmerz bereiten! Das liegt schon in mir! von nun an besonders darauf zu achten! | Auch bin ich wirklich nicht im Geringsten durch mein Briefschreiben im Lernen beeinträchtigt!
Ja mir ist dieß ja die einzige Zerstreuung hier! Und diese ist mir wirklich nur gut! Mein „Triton“ geht immer schneller vorwärts; aus dem Spiel ward eine kleine Komödie und für das Tragische sorgt der Schluß. U. der dürstet nach einer modernen Welt. Ich bearbeite nämlich den Tod einiger hellenischer Halbgötter, das Übergehen von Gott zu Mensch von Natur zum Leiden! das dem ehemaligen Halbgott auf Erden winkt!
Noch viele Grüße mit der frohesten Erwartung WeihnachtensWedekind hatte Friedrich Strindberg bei ihrem Treffen in Berlin im September zu einem Weihnachtsbesuch nach München eingeladen, den sein Sohn vom 23.12.1913 bis 1.1.1914 wahrnahm [vgl. Tb]. in Liebe Fritz.
Bestehend aus 2 Blatt, davon 2 Seiten beschrieben
Der lediglich mit Tag („25“) und Monat („XI“) datierte Brief wurde dem Briefinhalt und früherer Korrespondenz zufolge im Jahr 1913 geschrieben.
Salzburg25. November 1913 (Dienstag) Ermittelt (sicher)
SalzburgDatum unbekannt
MünchenDatum unbekannt
Münchner Stadtbibliothek / Monacensia
Maria-Theresia-Straße 23 81675 München Deutschland +49 (0)89 419472 13
Wir danken der Münchner Stadtbibliothek / Monacensia für die freundliche Genehmigung zur Wiedergabe des Korrespondenzstücks.
Friedrich Strindberg an Frank Wedekind, 25.11.1913. Frank Wedekinds Korrespondenz digital. https://briefedition.wedekind.fernuni-hagen.de (05.02.2026).
Tilman Fischer