Geliebter
Frank, eben kam noch das Telegrammnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Alfred Reucker an Wedekind, 3.10.1914. – Wedekind suchte Alfred Reucker, Direktor des Stadttheaters (verbunden mit dem Pfauentheater) in Zürich [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1915, S. 598], am 5.10.1914 auf: „Besuch im Theater bei Reucker“ [Tb] – wohl um ein in Aussicht genommenes Gastspiel [vgl. Wedekind an Alfred Reucker, 24.7.1914] zu besprechen. Der Direktor des Stadttheaters in Zürich dürfte in seinem nicht überlieferten Telegramm das vermutlich zunächst auf den 4.10.1914 (Wedekinds Ankunftstag in Zürich) angesetzte Gespräch auf den 5.10.1914 verschoben haben (das würde die spätere Uhrzeit der Abreise erklären, die im vorliegenden Zettel angesprochen ist).. Ich öffnete es, weil ich mir dachte, es
könnte was Wichtiges sein. Falls Du also lieber um 12.40 erst fährstWedekind fuhr am 4.10.1914 von München nach Zürich: „Tilly und Annapamela begleiten mich auf den Bahnhof. [...] Ankunft in Zürich.“ [Tb], brauchst Du nur einen Zettel aussen an Deine gepolsterte | Thür stecken, dann wecken
wir Dich nicht. Nach LenzburgWedekind fuhr am 6.10.1914 von Zürich nach Lenzburg [vgl. Tb]; er dürfte vorgehabt haben, bereits einen Tag früher dorthin zu reisen, und hat wohl wegen seiner Besprechung mit Alfred Reucker am 5.10.1914 (siehe oben) umdisponiert. könnte man ja schließlich nochmal telegraphieren.
Alles Übrige ist erledigt, nur das Gepäck muss erst morgen Früh aufgegeben
werden.
Gute Nacht, schlaf gut, innigen Kuss Tilly