CARTE POSTALE
POSTKARTE ‒ CARTOLINA
POSTALE
Adresse
Herrn
Dr. Kurt Martens
München
Habsburgerstrasse 3Dr. jur. Kurt Marten war schon seit einiger Zeit als Schriftsteller unter dieser Adresse (Habsburgerstraße 3, 3. Stock) verzeichnet [vgl. Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1914, Teil II, Sp. 1113], nun als „Privatgelehrter“ [Adreßbuch für München 1916, Teil I, S. 442]..
Lieber
Kurt Martens!
Herzlichste Grüße aus der schönen Schweiz aus dem mit x bezeichneten Häuschendas Steinbrüchli, auf der kolorierten Ansicht von Lenzburg das zweite Haus oben links, das langjährige Wohnhaus der Mutter Wedekinds, der seit dem 30.8.1915 seinen Sommerurlaub dort verbrachte [vgl. Tb]..
Auf OktoberWedekind reiste am 30.9.1915 aus der Schweiz zurück nach München, wo er sich abends mit Kurt Martens und Joachim Friedenthal traf: „Prachtvolle Rückfahrt von Lenzburg [...] nach München [...]. Abends mit Martens und Friedenthal Hoftheaterrestaurant“ [Tb]. hoffe ich wieder in München zu sein und an Halbes GeburtstagsfeierHinweis auf eine nicht überlieferte Einladung; erschlossenes Korrespondenzstück: Max Halbe an Wedekind, 12.9.1915. – Die Feier zu Max Halbes 50. Geburtstag am 4.10.1915 fand am 3.10.1915 in München im Weinhaus Schleich (Briennerstraße 6, Inhaber: Fritz Schleich) statt, wie Wedekind notierte: „Halbe-Banquet im Restaurant Schleich.“ [Tb] Die Presse berichtete: „Im Rokokosaal des Weinhauses Schleich versammelte sich Sonntag mittag eine erlesene Schar von Freunden und Verehrern Max Halbes, um den 50. Geburtstag des Dichters zu feiern. Die Vertreter des Münchner Schrifttums hatten sich fast vollständig zu diesem Fest eingefunden und man freute sich, unter ihnen auch den nun wieder völlig genesenen Frank Wedekind zu erblicken. [...] Kurt Martens sprach für den Schutzverband deutscher Schriftsteller [...]. Max Halbe dankte in schlichter und eindrucksvoller Rede und führte aus, [...] wie es ihn beglücke, daß zu dieser Feier Freunde aus allen Teilen des Reiches und der Nachbarmonarchie zusammengekommen seien, ein sichtbares Symbol der Einigkeit der gewaltigen Zeit. Das Bankett verlief in der festlichsten Stimmung“ [Bankett zu Ehren Max Halbes. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 68, Nr. 506, 4.10.1915, Morgenblatt, S. 3].
teilzunehmen. Hoffentlich geht es Dir und Deinen Lieben recht gut.
Mit besten Wünschen
Dein alter
Frank Wedekind |
x
1916 Lenzburg