Lieber Herr BleiDr. phil. Franz Blei, Schriftsteller in Zürich (Weinbergstraße 114) [vgl. Deutscher Litteratur-Kalender auf das Jahr 1896, Teil II, Sp. 106f.].
darf ich Sie bitten, mir das Exemplar SchnellmalerWedekinds Bitte um Rückgabe vermutlich seines Handexemplars von „Der Schnellmaler oder Kunst und Mammon. Große tragikomische Originalcharakterposse in drei Aufzügen“ (1889), seinerzeit „auf Vermittlung von Karl Henckell“ [KSA 2, S. 546] im Verlags-Magazin (J. Schabelitz) in Zürich erschienen [vgl. KSA 2, S. 551], belegt, dass er Franz Blei das Buch ausgeliehen hatte. Im Verlags-Magazin (J. Schabelitz) ist auch Franz Bleis Broschüre über Karl Henckell erschienen [vgl. Franz Blei: Karl Henckell. Ein moderner Dichter. Studie. Zürich 1895]. per Post
schicken zu wollen. Ich würde gerne zu Ihnen herauskommenvon der Festgasse 21 in die Weinbergstraße 114 (eine nicht unbeträchtliche Entfernung innerhalb von Zürich). aber ich habe
einen Magenkatarrh der mir das Innerste zu äußerst kehrt. Dabei drängt die
Arbeit derartWedekind erklärte seiner Mutter, er habe „gerade jetzt sehr viel zu arbeiten“ [Frank Wedekind an Emilie Wedekind, 22.12.1895]., daß ich mir kaum zu helfen weiß. Melden Sie Frau Dr. BleiMaria Blei (geb. Lehmann), seit dem 5.6.1894 mit Franz Blei verheiratet, den sie in Zürich kennengelernt hatte. bitte
meine herzlichsten Wünsche für die Feiertagedie anstehenden Weihnachtsfeiertage 1895..
Im voraus mit bestem Dank
Ihr ergebener
Frank Wedekind
Festgasse 21. I.