Sehr geehrter Herr Böhm!
Beiliegend die beiden Bilderzwei Fotografien, die dem Brief an den Münchner Kaufmann Josef Paul Böhm (Karlstraße 18) [vgl. Adreßbuch für München 1909, Teil I, S. 54], Sohn eines Kunstmalers, der ein fotografisches Atelier betrieb [vgl. Adreßbuch für München 1909, Handels- und Gewerbe-Adreßbuch, S. 181], nicht mehr beiliegen. Die beigelegten Fotos von Wedekind hat der Münchner Fotograf Franz Grainer aufgenommen, dessen fotografisches Atelier (Theatinerstraße 38) [vgl. Adreßbuch für München 1909, Teil I, S. 174] Wedekind mit seiner Frau am 17.2.1909 aufsuchte – „Wir lassen uns bei Greiner photographieren“ [Tb] – und am 19.2.1909 nochmals „Photograf Greiner“ [Tb] notierte. Im Kunstverlag Jos. Paul Böhm (München) hergestellte Künstlerpostkarten, denen von Franz Grainer fotografierte Porträts zugrunde liegen (nachweisbar ist ein Foto von Wedekind mit verschränkten Armen und faksimilierter Unterschrift), waren in Münchner Schaufenstern ausgestellt: „Autorisierte, mit Handschrift-Faksimile versehene Porträtkarten [...] brachte der Kunstverlag Jos. Paul Böhm, Karlstraße 18, heraus. Die Karten sind nach den Originalen von Franz Grainer [...] in gutem Bromsilberdruck ausgeführt“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 61, Nr. 115, 9.3.1908, General-Anzeiger, S. 12]; es dürfte bei den beiden Fotos um die Herstellung solcher Bildpostkarten gegangen sein.. Sollten sich über
Aufschriften oder sonst etwas Zweifel ergeben, so ersuche ich Sie um gefällige Benachrichtigung.
Mit ergebenstem Gruß
Frank Wedekind
Prinzregenstraße 50
10.4.9.