Solothurn 10 November 1891
Lieber Bebi!
Von Emma erfahr ich, daß Hami noch immer leidend, meinen
AuftragDonald Wedekind hatte seinen Bruder Armin Anfang des Monats um die Zusendung von Geld gebeten (siehe unten). nicht ausführen kann. Ich bitte dich, dir den Brief, den ich an Hami
schriebDonald Wedekinds Brief an seinen Bruder Armin ist überliefert [vgl. Donald Wedekind an Armin Wedekind, 1.11.1891; Mü, FW B 304]. Er hatte ihn darin für die Begleichung von Schulden und zur Ergänzung der schlechten Kost im Schulpensionat um die rasche Übersendung von 220 Franken gebeten. Ferner bat er um Zusendung von Reithosen seines Vaters. dir übergeben zu lassenFrank Wedekind hielt sich demnach vermutlich in Lenzburg oder Zürich auf. und mir so bald wie möglich die darin
verlangten 220.00 frs zu übersenden. Ich habe eine ziemliche Qan/u/antität Schuld
zu bezahlen und werde das übrige Geld zur SuplementirungSchreibversehen, statt: Supplementirung (= Ergänzung). meiner höchst
mangelhaften Kost benutzen. Wenn du bei meiner Abrechnung bist, so bringe doch
das Geld, das ich dir in dem letzten Jahr schuldig geworden, so in Rechnung,
daß es mir zur Last fällt, so daß ich dann mit dem besten Dank dir die Sum|me
zurückerstattet hätte. Sie beläuft sich mit den letzten 50 frs und dem was du mir
schicktestHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zu der letzten Geldsendung; erschlossenes Korrespondenzstück: Frank Wedekind an Donald Wedekind, 26.8.1891. auf circa 100 frs. Dazu
kommen noch ungefähr 60 frs, die du mir damals in Münche vorstrecktest, so Hami dieselben nicht
schon in Rechnung gebracht hat. Also schicke die verlangte Summe sobald es
möglich ist, da, ich, schon etwas Schulden abbezahlt, ziemlich aller Mittel
entblößt bin. Mit den besten Grüßen an Mama und Mati, deren Wunschnicht ermittelt. bald in
Erfüllung gehen wird, verbleibe ich dein treuer
Bruder Donald