München, 17. März 1916.
Prinzregentenstr. 50
Sehr geehrter Herr Doctor!
Bei dem Gastspiel, das meine Frau und ich soeben an den
Münchner Kammerspielen beendetDie letzte Vorstellung des Münchner Wedekind-Zyklus (siehe unten), ein Gastspiel von Frank und Tilly Wedekind, fand am 11.3.1916 statt., hat sich der Marquis von Keith als zugkräftiges
StückDer Wedekind-Zyklus vom 12.2.1916 bis 11.3.1916 an den Münchner Kammerspielen (Direktion: Erich Ziegel) [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 506] wurde am 12.2.1916 mit „Marquis von Keith“ eröffnet, weitere Vorstellungen des Stücks folgten am 13.2.1916, am 16. und 17.2.1916, am 22. und 24.2.1916 sowie am 5. und 8.3.1916 [vgl. Tb]. und Publikumserfolg erwiesen. Dieses glückliche Ergebnis erinnert mich an
die Thatsache, daß Sie, geehrter Herr Doctor, das Stück für das „Kleine
Theater“ erworben haben. Frankfurter schlägt | mir eben eine TourneéHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Eugen Frankfurter an Wedekind, 16.3.1916. Die von dem Theateragenten Eugen Frankfurter vorgeschlagene Tournee fand nicht statt [vgl. KSA 4, S. 558]. nach
Hannover Lübeck Hamburg e.ct. mit M. v. Keith vor. Bevor
ich abschließe gestatten Sie mir die Anfrage, welche PläneDie Inszenierung des „Marquis von Keith“ am Berliner Kleinen Theater (Direktion: Georg Altman) [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 305] kam nicht zustande [vgl. KSA 4, S. 558]. Das Stück wurde allerdings am 9.6.1916 im Rahmen des Wedekind-Zyklus an den Kammerspielen des Deutschen Theaters in Berlin (9.6.1916 bis 6.7.1916) aufgeführt [vgl. Tb]. Sie mit dem Stück
haben, da sich unsere Interessen ja vielleicht vereinigen ließen.
Mit hochachtungsvollen Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.