Kennung: 2374

München, 10. Januar 1911 (Dienstag), Brief

Autor*in

  • Wedekind, Frank

Adressat*in

  • Weber, Hans von

Inhalt

München 10. Januar 1911.


Lieber Weber!

Empfange meinen besten Dank für Deine liebenswürdigen Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Hans von Weber an Wedekind, 9.1.1911.. Mit dem vorgeschlagenen Vergleichzur Abwendung einer Beleidigungsklage, die Ernst Rowohlt gegen Wedekind angestrengt hatte [vgl. Leon Kallir an Wedekind, 16.12.1910; Leipziger Amtsgericht an Wedekind, 24.12.1910]. bin ich einverstanden, wenn statt der/s/ ersten § 3 der Ersatzparagrah/p/h 3 aufgenommen wird. Ich würde also vorschlagen, daß Herr Rowohlt den Vergleichsvertrag in dieser FormWohl mit der gewünschten Korrektur unterzeichneten beide Parteien den Vergleichsvertrag: „Leipzig, den 9.2.1911: Wedekind widerruft seine beleidigenden Äußerungen. Rowohlt gibt Wedekinds Manuskripte zurück und überträgt alle Eigentums- und sonstigen Rechte, welche er durch den Kaufvertrag mit dem Antiquar Hirsch erlangt hatte, an den Autor zurück. Frank Wedekind gibt Rowohlt eine Autobiographie von mindestens 10 Druckbogen Text für alle Auflagen in Verlag und verpflichtet sich, das druckreife Manuskript spätestens bis zum 1. Januar 1912 abzuliefern. Im Fall einer Gesamtausgabe soll die Biographie jedoch kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Rowohlt zieht die Beleidigungsklage zurück, übernimmt die durch die Klage entstandenen Gerichtskosten und verzichtet auf die Erstattung der ihm durch die Differenzen mit Wedekind entstandenen Kosten, inklusive des Kaufpreises für die einst erworbenen Manuskripte.“ [Vinçon 1989, S. 447] | durch seinen AnnwaltSchreibversehen, statt: Anwalt. – Ernst Rowohlt wurde in der Angelegenheit von dem Leipziger Rechtsanwalt Leon Kallir vertreten [vgl. Leon Kallir an Wedekind, 16.12.1910]. an meinen AnwaltLudwig Strauß, Wedekinds Münchner Anwalt, mit dem er sich noch am Vortag in der Streitsache besprochen hatte: „Besuch bei Strauß wegen Rowohlt.“ [Tb, 9.1.1911] Thema dürfte der vorgeschlagene Vergleich gewesen sein (siehe oben). in München gelangen läßt.

Indem ich Dir für Deine freundliche Vermittlung meinen aufrichtigen Dank ausspreche
mit herzlichen Grüßen
Dein
FrankWedekind. |


[Kuvert:]


Herrn Hans von Weber
Verlagsbuchhändler
Rottach am Tegernsee
Gasthaus Zur Überfahrt |


Absender Wedekind München
Prinzregentenstraße.

Einzelstellenkommentare

Materialität des Dokuments

Bestehend aus 3 Blatt, davon 4 Seiten beschrieben

Schrift:
Kurrent. Empfängeradresse in lateinischer Schrift.
Schreibwerkzeuge:
Feder. Tinte.
Schriftträger:
Papier. Doppelblatt. Seitenmaß 14,5 x 19 cm. 2 Blatt, 2 Seiten beschrieben. Kuvert: 15 x 10 cm. 2 Seiten beschrieben.
Schreibraum:
Im Hochformat beschrieben. Kuvert im Querformat beschrieben.
Sonstiges:
Das Kuvert ist mit einer aufgeklebten Briefmarke von 10 Pfennig frankiert. Drei unvollständige Eingangsstempel befinden sich auf der Rückseite des Kuverts (Daten nicht lesbar).

Datum, Schreibort und Zustellweg

Uhrzeit im Postausgangsstempel München: „6 – 7 N.“ (= 18 bis 19 Uhr).

  • Schreibort

    München
    10. Januar 1911 (Dienstag)
    Sicher

  • Absendeort

    München
    10. Januar 1911 (Dienstag)
    Sicher

  • Empfangsort

    Rottach am Tegernsee
    Datum unbekannt

Informationen zum Standort

Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Breite Straße 30-36
10178 Berlin
Deutschland

Informationen zum Bestand

Name des Bestandes:
Berlin-Sammlungen
Signatur des Dokuments:
EH 7538
Standort:
Zentral- und Landesbibliothek Berlin (Berlin)

Danksagung

Wir danken der Zentral- und Landesbibliothek Berlin für die freundliche Genehmigung der Wiedergabe des Korrespondenzstücks.

Zitierempfehlung

Frank Wedekind an Hans von Weber, 10.1.1911. Frank Wedekinds Korrespondenz digital. https://briefedition.wedekind.fernuni-hagen.de (04.04.2025).

Status der Bearbeitung

In Bearbeitung
Zum Prüfen bereit
Freigegeben

Erstellt von

Anke Lindemann

Überarbeitet von

Ariane Martin

Zuletzt aktualisiert

30.01.2025 14:29