Hochgeehrter HerrNikolaus von Seebach, Generaldirektor der Königlichen musikalischen Kapelle und der Königlichen Hoftheater in Dresden [vgl. Neuer Theater-Almanach 1898, S. 352].,
erlauben Sie mir,
Ihnen mit gleicher PostHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur Buchsendung; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Nikolaus von Seebach, 24.10.1897. Wedekind versandte sein neues Stück, das unter dem Titel „Die junge Welt. Comödie in drei Aufzügen und einem Vorspiel“ (1897) verlegt von W. Pauli’s Nachfolger (H. Jerosch) soeben in Berlin erschienen ist [vgl. KSA 2, S. 646], eine Neubearbeitung von „Kinder und Narren. Lustspiel in vier Aufzügen“ (1891), das seinerzeit als Privatdruck bei R. Warth in München herausgekommen war [vgl. KSA 2, S. 643]. eine Komödie „Die junge Welt“ zu unterbreiten, die
ihrem ganzen Charakter nach für eine Darstellung an einer Kgl. HofbühneWedekinds Komödie „Die junge Welt“ wurde vom Dresdner Hoftheater nicht zur Aufführung angenommen. nicht
ungeeignet sein möchte.
Mit der Bitte,
die Versicherung meiner Verehrung und Hochschätzung entgegennehmen zu wollen,
bin ich Ihr ganz ergebenster
Frank Wedekind.
Dresden, 24. Oct. 97 ‒
Walpurgisstraße 14. IIWedekind wohnte in Dresden in einer von der Zimmerwirtin Emilie Schubert vermieteten Wohnung (Walpurgisstraße 14, 2. Stock) [vgl. Adreßbuch für Dresden 1898, Teil II, S. 475]..