Kennung: 5804

Besenbüren, 1. Januar 1884 (Dienstag), Visitenkarte

Autor*in

  • Huber, Hermann

Adressat*in

  • Wedekind, Frank

Inhalt

Hermann Huber,

stud. jur.Hermann Huber, der wenige Tage nach seiner Matura (14.4.1883) an der Kantonsschule Aarau zum Studium nach Straßburg abgereist ist [vgl. Hermann Huber an Wedekind, 16.4.1883], wurde am 27.4.1883 für Jura immatrikuliert [vgl. Amtliches Verzeichnis des Personals und der Studenten der Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg für das Sommer-Halbjahr 1883. Straßburg 1883, S. 25].


Aargau

Schweiz |


Für Franklin Wedekind ein Neujahrslied an Frl. LorenzEmilie Lorenz (nicht näher identifiziert), über die Wedekind sein Gedicht „An Emilie Lorenz“ (1882/83) schrieb, an dessen erste Strophe Hermann Huber mit seinen Versen auf der Visitenkarte motivisch anknüpft; sie lautet: „Gib mir die Rose von deiner Brust! / Laß Deine Lippen mich küssen, / Und laß uns schwelgen in seliger Lust! – / Es braucht es ja niemand zu wissen!“ [KSA 1/I, S. 73f.] Das Gedicht war in den 1880er Jahren in Wedekinds Freundeskreis bekannt [vgl. KSA 1/I, S. 962]; seine „Entstehungszeit deutet [...] auf einen möglichen Zusammenhang mit einer jungen Frau hin, die Fritz Rauber in einem Brief an Wedekind aus Genf [...] erwähnt und die dort offenbar zeitweise als Kindermädchen [...] angestellt war“ [KSA 1/I, S. 961] – sie ist dort als „einstige Flamme“ Wedekinds erwähnt und „Frl. Emilie“ [Fritz Rauber an Wedekind, 12.9.1883] genannt.


Noch manchen Jüngling werden Deine Reize
Durch ihre Zauberkraft umfangen,
Noch mancher wird im Garne Deiner Reize
Zu Deinen Füssen liebesgram gefangen,
Aufblickend zu Dir HelenaFigur aus der griechischen Mythologie, die gemeinhin als die schönste Frau der Welt gilt., liegen. Geize
Mit Liebe nicht, sonst wirst auch Du gefangen:
Nur Wärme lässt kann zur Ros’ die Knosp’ entfalten,
Den Backfisch„volkstümliche Bezeichnung halbwüchsiger junger Mädchen“ [Meyers Konversations-Lexikon. 5. Aufl. Bd. 2. Leipzig, Wien 1893, S. 305]. lässt nur Lieb’ zur Maid gestalten.


Beste Grüße & Wünsche zum Neujahr 1883Schreibversehen, statt: 1884. Hermann Huber war Neujahr 1883 noch kein Student, erst Neujahr 1884 (siehe oben)..

Dein
Huber.

Einzelstellenkommentare

Materialität des Dokuments

Bestehend aus 1 Blatt, davon 2 Seiten beschrieben

Schrift:
Lateinische Schrift.
Schreibwerkzeuge:
Feder. Tinte.
Schriftträger:
Papier. 9 x 5,5 cm. Mit Drucktext. Gelocht.
Schreibraum:
Im Querformat beschrieben.

Datum, Schreibort und Zustellweg

Der 1.1.1884 ist als Ankerdatum gesetzt – der Neujahrstag, ein mögliches Schreibdatum, abgeleitet vom Inhalt der wahrscheinlich in Besenbüren [vgl. Hermann Huber an Wedekind, 3.1.1884] geschriebenen Visitenkarte in Verbindung mit ihren Kontexten.

  • Schreibort

    Besenbüren
    1. Januar 1884 (Dienstag)
    Ermittelt (sicher)

  • Absendeort

    Besenbüren
    Datum unbekannt

  • Empfangsort

    Lenzburg
    Datum unbekannt

Informationen zum Standort

Münchner Stadtbibliothek / Monacensia

Maria-Theresia-Straße 23
81675 München
Deutschland
+49 (0)89 419472 13

Informationen zum Bestand

Name des Bestandes:
Nachlass Frank Wedekind
Signatur des Dokuments:
FW B 324
Standort:
Münchner Stadtbibliothek / Monacensia (München)

Danksagung

Wir danken der Münchner Stadtbibliothek / Monacensia für die freundliche Genehmigung zur Wiedergabe des Korrespondenzstücks.

Zitierempfehlung

Hermann Huber an Frank Wedekind, 1.1.1884. Frank Wedekinds Korrespondenz digital. https://briefedition.wedekind.fernuni-hagen.de (03.04.2025).

Status der Bearbeitung

In Bearbeitung
Zum Prüfen bereit
Freigegeben

Erstellt von

Ariane Martin

Zuletzt aktualisiert

16.02.2025 09:51